Domain Summit Europe 2026 in Kempten: Notizen von einem kleinen Gipfel
21/08/2026 · Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI modifiziert.
Das Wichtigste auf einen Blick
Der Domain Summit Europe 2026 fand vom 16. bis 19. August 2026 in Kempten (Allgäu) statt, mit klarem Fokus auf den DACH-Markt und auf 60 Teilnehmer begrenzt. Die Konferenzsprache war Englisch. Auf dem Programm standen sechs Panels zu ccTLDs, KI im Hosting, Domain Investing in DACH, der neuen gTLD-Runde, Domainrecht und Domain-Marktplätzen. hosting.de war als Teilnehmer vor Ort und auf dem Panel 'AI, Hosting and Domain Names' vertreten. Roter Faden der drei Tage: KI verändert gerade, wie Domains gefunden, verwaltet und verkauft werden.
Kempten im Allgäu, drei Tage, 60 Teilnehmer. Wer den Domain Summit aus London oder Dubai kennt, ist größere Hallen gewohnt. Diese Ausgabe war bewusst anders geschnitten: kleiner Rahmen, feste Runde, dafür Gespräche, die über Smalltalk hinausgehen. hosting.de war als Teilnehmer dabei, mit Freddy Schiwek als Speaker für das “AI, Hosting and Domain Names”-Panel.
Hier sind unsere Eindrücke:
Ein Format, das auf Größe verzichtet
Die Veranstalter haben die europäische Ausgabe bewusst verkleinert. Statt in einer Messehalle tagten wir in der Bitcoin Metropole an der Rathausstraße von Kempten. Mittags aßen alle gemeinsam im Restaurant am Rathausplatz, abends gab es ein Networking-Dinner im Nova. Der Sonntag davor ging als Gruppenausflug nach Hohenschwangau, der Mittwoch endet mit einer Brauereiführung im Schäffler Brauereigasthof.
Durch die überschaubare Größe von 60 weiteren Teilnehmern, konnten wir innerhalb der drei Tage mit fast allen Teilnehmern sprechen.
| Eckdaten | Domain Summit Europe 2026 |
|---|---|
| Ort | Die Bitcoin Metropole, Kempten (Allgäu) |
| Termin | 16. bis 19. August 2026, Konferenztage 17. und 18. |
| Teilnehmer | auf 60 begrenzt, überwiegend auf Einladung |
| Sprache | Englisch |
| Schwerpunkt | DACH-Markt |
| Zielgruppe | Registries, Registrare, Hoster, Security, Anwälte, Domain-Investoren |
| hosting.de | Attendee, Panelist beim Thema KI |

Tag 1: ccTLDs, KI und die neue gTLD-Runde
Den Auftakt machte das ccTLD-Panel mit Sebastian Roethler von der DENIC, Nenad Orlić von RNIDS und Kristians Melins von Nic.lv. Die, für uns, spannendste der drei Leitfragen war die letzte: Wie stellen sich Registries auf eine Welt ein, in der nicht mehr nur Menschen, sondern KI-Agenten Domains prüfen und registrieren? Registry-Schnittstellen sind bislang für Registrare gebaut, nicht für Agenten. Das ist eine Baustelle, die gerade erst aufgeht.
Danach unser eigenes Thema. Auf dem Panel “AI, Hosting and Domain Names” saßen Claus Barche (Taku by GMO), Filip Borcov (Site.pro), Armand Brahaj (Osir.com) und Ich, Freddy Schiwek, für hosting.de. Die drei Fragen an die Runde zielten auf den Alltag: Welche KI-Modelle und Infrastruktur nutzt Ihr wirklich im Tagesgeschäft? Woran hakt es, an Kosten, Zuverlässigkeit, Datenschutz, Integration oder Halluzinationen? Und was verändert KI in Eurem Teil der Branche schon heute?
Aus Hosting-Sicht laufen die Antworten auf einen Punkt zu, den wir seit einiger Zeit hören: Der interessante Teil ist nicht das Training, sondern die Inference. Wer ein Open-Weight-Modell auf eigener Infrastruktur betreibt, löst Datenschutz und Kalkulierbarkeit in einem Schritt. Wie das praktisch aussieht, haben wir im Blog schon durchgespielt, etwa beim lokalen Hosten von KI und beim Betrieb von DeepSeek mit Ollama auf einem VPS.
Am Nachmittag ging es um den DACH-Aftermarket mit unseren guten Freunden: Martin Steinkamp, Thomas Dolezal und Sven Echternach, danach um die neue gTLD-Runde mit Michael Riedl (Team Internet), Alessandro Baruffi (it.com Domains) und Andriy Khvetkevych (NicNames). Die Frage, die dort hängen blieb: Was macht eine neue Endung diesmal kommerziell erfolgreich? Der String selbst, die Registry-Preise, die Distribution über Registrare, oder schlicht echte Unternehmen, die sie benutzen?

Tag 2: Recht, Marketing mit Agenten, Marktplätze
Der Dienstag startete juristisch. Igor Motsnyi moderierte das Legal Panel mit Jim Davies, Ganna Prokhorova und Peter Müller, Thema waren Domainstreitigkeiten in .DE, .UK und .UA sowie die Frage, wie Du sie von vornherein vermeidest. Kurzfassung für alle, die Domains fürs eigene Business halten: Der billigste Streit ist der, den Du durch saubere Markenrecherche vor der Registrierung gar nicht erst bekommst.
Im Anschluss das ehrlichste Panel des Tages, “LLMs & Agents in Marketing. Our Experience.” mit Kristiana Muze-Feldberga, Thomas Medard und Arsen Lindenberg. Eine der Fragen lautete sinngemäß: Was war Dein größter KI-Fehler der letzten Zeit und was hast Du daraus gelernt?
Zum Abschluss ging es um Broker und Marktplätze sowie um “Domains, AI and Email” mit Benjamin Reuss von Open-Xchange, Michiel Grotenhuis, Suleiman Adam Belrhiti und Niels R. Buntrock. Kernfrage dort: Woran erkennst Du in einem Internet voller Agenten noch, mit wem oder was Du kommunizierst? Domains und E-Mail sind seit dreißig Jahren die Identitätsanker des Netzes. Es sieht so aus, als würde diese Rolle gerade wichtiger statt kleiner.
| Panel | Tag | Was hängen blieb |
|---|---|---|
| European ccTLD, Business Side | Mo | Registries denken erstmals über Agenten als Nutzer nach |
| AI, Hosting and Domain Names | Mo | Inference gehört näher an die eigenen Daten |
| Domain Investing DACH | Mo | Der Markt ist nicht tot, er verschiebt sich |
| Registrars und neue gTLD-Runde | Mo | Distribution schlägt den schönen String |
| Legal Panel DACH und Europa | Di | Prävention ist billiger als jedes UDRP-Verfahren |
| LLMs und Agenten im Marketing | Di | Mehr Content ist kein Ergebnis |
| Domain Brokers und Marktplätze | Di | Der Aftermarket ist fragmentiert |
| Domains, AI and Email | Di | Identität wird zum Domain-Thema |
Was wir mitnehmen
Drei Dinge stehen nach Kempten in unserem Notizbuch.
In dieser Branche steckt KI längst im Tagesgeschäft. Wer LLMs einsetzt, redet über Kosten, Datenschutz und Integration.
Souveränität fiel in fast jedem Gespräch: eigene Infrastruktur, eigene Daten, europäische Rechtsräume. Für uns als Hoster ist das nichts Neues, die Dringlichkeit hat aber spürbar zugenommen. Für den Anfang reicht ein ordentlich dimensionierter Cloud Server oder vServer.
Und das kleine Format hat sich gelohnt. Vier gute Gespräche bringen mehr als vierzig Visitenkarten.
Wir sehen uns beim nächsten Mal
Danke an Helmuts Meskonis und das Team für die Organisation, an die Sponsoren und an alle, die uns zwischen Panel und Brauereiführung ihre Sicht auf die Branche erklärt haben. Wenn Du in Kempten dabei warst oder einfach nur ein Thema weiterverfolgen möchtest, melde Dich gern direkt bei uns.
Veranstaltungsseite: Domain Summit Europe 2026, Kempten



